Ab 24.09.26 im Kino: Materia Prima – New Energy-Old Powers

Das weltweit größte Lithiumvorkommen befindet sich in den bolivianischen Anden. Die Europäer wollen den Rohstoff, um ihre Automobilindustrie zu retten. Die Bolivianer wollen ihn nutzen, um die Armut zu überwinden. Europäische Unternehmer und EU-Diplomaten verhandeln mit der bolivianischen Regierung. Auf dem Land mobilisieren sich zivilgesellschaftliche Gruppen, hauptsächlich von Frauen organisiert.

Mit seiner multiperspektivischen Erzählweise und seinem überwiegend beobachtenden, poetischen Stil bietet der Film einen exklusiven Einblick in die strategischen Verhandlungen der Europäer und beleuchtet die unterschiedlichen Haltungen eines Bauern, einer Lamahirtin, einer Minenwächterin, einer Anwältin, eines Bergarbeiters und einer politischen Aktivistin in Bezug auf die geplante Industrialisierung Boliviens durch ausländische Unternehmen.

Voice-over-Zitate aus der Chronik von Guamán Poma de Ayala, einem indigenen Zeitzeugen des 16. Jahrhunderts, eröffnen einen Blick aus der Perspektive der damaligen Bevölkerung.

Aus der Verbindung von Stimmen der Vergangenheit mit Szenen des 21. Jahrhunderts entsteht die Frage: Sind wir bereit zur Dekolonialisierung?

Ein Film von Jens Schanze